Die Bayer Aktienanalyse kannst Du Dir auch auf YouTube anschauen und am Ende des Beitrags das zugehörige Factsheet downloaden 😊


Kurzüberblick

Der 1863 gegründete und DAX-ansässige Konzern hat seinen Schwerpunkt in der chemischen und pharmazeutischen Chemie. Die bekanntesten Produkte sind unter anderem für Anwender Aspirin oder die RoundUp-Produkte, die man vorrangig aus den Medien sowie Nachrichten kennen könnte und die Bayer aktuell viel Geld kosten, dazu aber später mehr.

Bayer mit Sitz in Leverkusen, Deutschland hat über 100.000 Mitarbeiter, von denen Werner Baumann der Vorstandsvorsitzende mit über 33 Jahren Konzernzugehörigkeit ist. Die Marktkapitalisierung beläuft sich 72,4 Milliarden Euro. 2019 erwirtschaftete Bayer einen Umsatz von 43,5 Mrd. Euro, was einem Zuwachs von 18,5% entspricht. Der Gewinn hingegen liegt bei 4,1 Milliarden Euro und steigerte sich um 141% zum Vorjahr, was vor allem durch einen niedrigeren Gewinn im Jahr 2018 aufgrund der Monsanto-Übernahme zu begründen ist.


Kursverlauf

Schauen wir zunächst auf den Kursverlauf der letzten 5 Jahre, sehen wir einen Negativtrend, der durch die Coronakrise am 16.03 seinen Tiefpunkt mit 44,86€ erreicht hat. Aktuell notiert der Kurs bei 68,97€. Setzt man das in Relation von vor 5 Jahren, entspricht dies einem Kurszuwachs von -47,76%. Zwischen Hoch und Tief liegen 202,8%.


Profitabilität

Bayer Aktie Aktienanalyse Profitabilität

Schauen wir nun auf den Umsatz, den Gewinn und die Marge. Der höchste Umsatz wurde 2015 mit über 46 Milliarden erzielt. Zu 2016 ist dann ein Umsatzeinbruch zu verzeichnen, der jedoch bis 2019 immer weiter ansteigt und aktuell bei 43,5 Mrd. Euro notiert. Der Anstieg über die 5-Jahre liegt somit bei -5,51% und führt zu einem jährlichen Zuwachs von Jahr von -1,13%. An der Stelle ist es sinnvoll, den Durchschnitt über den Zeitraum von 39,2 Mrd. € zuzuziehen. Daraufhin lässt sich feststellen, dass der Umsatz 2019 mit 43,5 Mrd. € gute 11% über dem Durchschnitt liegt.

Der Gewinn über den Zeitraum sieht auch durchwachsen aus. Während 2015 und 2019 beinahe dasselbe Ergebnis mit 4,1 Mrd. € aufweisen, gab es 2017 einen hohen Gewinn von 7,3 Mrd. € und 2018 einen niedrigeren Gewinn von 1,7 Mrd. Euro.

Die Marge die sich aus Gewinn/Umsatz errechnet und bei 11,37% liegt, zeigt, dass der Konzern gut wirtschaftet und die Gewinne in einem angemessenen Verhältnis zum Umsatz stehen.


Dividende

Bayer Dividende Aktienanalyse

Dividende
Schauen wir nun auf die Dividende sehen wir, dass diese seit 2017 stagniert und nicht weiter gesteigert wurde, was vor allem auf die Zahlung für die Monsanto -Übernahme zurückzuführen ist. Ebenfalls positiv ist zu betrachten, dass es auch keine Kürzungen gab und Bayer es trotz guter Dividende schafft, die Schulden zu kürzen, dazu aber gleich mehr. Setzen wir den Gewinn je Aktie in blauen Balken der Dividende je Aktie in gelben Balken ins Verhältnis, erhalten wir die Ausschüttungsquote, die in den Jahren 2015, 16, 17 und 19 als sehr gesund und Aktionärsfreundlich anzusehen ist. Im Jahr 2018 liegt diese bei 155%, was dem geringeren Gewinn zu schulden ist. Der Durchschnitt der Ausschüttungsquote über den 5-Jahreszeitraum liegt somit bei 71,28%. Die Dividende von durchschnittlich 2,72€ führt zu einer Dividendenrendite von 3,21%, wobei die Rendite in den Jahren 2018 und 2019 deutlich höher als die Vorjahre war, was durch den rückläufigen Kurs zu begründen ist.

Finanzierung
Schauen wir nun auf die Dividendenfinanzierung. Hierfür setze ich den Cashflow der Ausschüttungssumme ins Verhältnis. Über den gesamten Zeitraum liegt die Quote bei 52% was sehr gesund aussieht. Jedoch ist auch festzustellen, dass die Quote seit 2016 ansteigt, was hauptsächlich auf einen sinkenden freien Cashflow zurückzuführen ist. Die Dividendenzahlung hingegen steigerte sich weiterhin, was den Entschluss zulässt, dass unter Berücksichtigung der finanziellen Zukünftigen Ereignisse – die schon feststehen, auf die ich später genau eingehe –  keine realistische Chance besteht, dass die Dividende die nächsten Jahre signifikant angehoben wird. Von einer Kürzung gehe ich jedoch auch nicht aus.


Bilanz

Bayer Aktie Aktienanalyse Bilanz

Kapitalverteilung
Schauen wir nun auf die Kapitalverteilung. Die Balken widerspiegeln die Verteilung von Eigenkapital in hellblau und Fremdkapital in dunkelblau dargestellt.  Beide Werte zusammen ergeben die Bilanzsumme, die 2018 signifikant anstieg, was auf die Übernahme von Monsanto mit 60 Milliarden Euro zurückzuführen ist. Die Eigenkapitalquote liegt im Jahr 2019 zuletzt bei 37,6% und hatte ihren Hochpunkt von 49,1% im Jahr 2017.

Verschuldung
Interessanter ist die Verschuldung. Dafür werfe ich einen Blick auf die Bilanzsumme und unterteile diese im Eigenkapital mit 47,5 Mrd., 39 Mrd. Schulden und 39,7 Mrd. nichtzinstragendem Fremdkapital. In Grün dargestellt sind die liquiden Mittel, die sich auf knapp 5 Mrd. € belaufen. Mit diesen Werten sind wir in der Lage, die Nettoverschuldung zu berechnen, die sich aus den Schulden abzüglich der liquiden Mittel errechnet. Die Nettoverschuldung beläuft sich also auf 34 Mrd. Euro.

Verschuldungsgrad
Um das besser einschätzen zu können, teilen wir die Nettoverschuldung
 noch durch den EBITDA, der bei 9,5 Mrd. liegt und erhalten dadurch den Verschuldungsgrad. Dieser liegt bei 356,6%. Das bedeutet, dass 3,6-fache der jährlichen Ertragskraft ist notwendig, um die Schulden zu tilgen. Meine persönliche Grenze liegt bei 250%. Diese setze ich bei Bayer jedoch aus, da die Verschuldung durch die Monsanto Übernahme zu begründen ist. So lag die Nettoverschuldung im Jahr 2018 bei 35,6 Mrd. Euro und konnte zu 2019 also schon reduziert werden. Aussagekräftiger ist jedoch der Verschuldungsgrad. Vor Übernahme, also 2017 lag dieser bei lediglich bei 41%.


Aktie

Bayer Aktie Aktienanalyse Aktie

Aktienkennzahlen
Bitte selber entnehmen 😀
Falls Du nicht mit allen Kennzahlen was anfangen kannst, lies Dich gerne im Börsen-ABC ein.

Aktionärsstruktur
Schauen wir auf die Aktionärsstruktur sehen wir, dass 88% der Aktien in Händen von institutionellen Investoren sind, wovon die größten Einzelaktionäre BNB Paribas mit 5,36% und die Norges Bank sowie Harris Associates mit 3% sind. 11% gehören Privatanleger und 1% den Mitarbeitern des Bayer Konzern.

Interessant empfinde ich die Aktionärsstruktur nach Region. So wird der größte Anteil der Aktien mit einem Drittel in den USA & Kanada gehalten, gefolgt von Deutschland mit 20% sowie UK & Irland mit 16%.


Segment Analyse

Bayer Aktie Aktienanalyse Segment

Segment
Nun schauen wir auf die Segmente, die sich Hauptsächlich in 3 Teile gliedern lassen. Crop-Science, Pharmaceuticals und Consumer Health.

Das Segment Crop-Science hat von 2018 an einen sehr soliden Umsatzanstieg von 39% auf 19,85 Milliarden erreicht und macht damit nun den größten Anteil aus. Crop-Science ist auf den Gebieten Pflanzenschutz und Saatgut tätig und darin – auch durch die Übernahme von Monsanto – nun Weltmarktführer. Angeboten werden eine Produktpalette hochwertigen Saatguts und verbesserten Pflanzeneigenschaften, innovativen chemischen und biologischen Pflanzenschutzmitteln und digitalen Lösungen sowie ein umfassender Kundenservice für die nachhaltige Landwirtschaft. Die Produkte werden hauptsächlich an Groß- und Einzelhändler oder an Landwirte direkt vertrieben. Das wahrscheinlich bekannteste Produkt aus diesem Segment ist RoundUp, welches den Wirkstoff Glyphosat enthält, der als „wahrscheinlich krebserregend“ für Menschen von der WHO-Krebsforschungsagentur IARC im Jahr 2015 eingestuft wurde. Zu diesem Thema möchte ich aber gleich gesondert eingehen.

Das bis 2018 führende Segment Pharmaceuticals, welches 2019 für knapp 18 Milliarden Euro Umsatz verantwortlich ist, stieg um 7,3% zum Vorjahr an und konzentriert sich auf verschreibungspflichtige Produkte im Bereich Herz-Kreislauf und Frauengesundheit, sowie Spezialtherapeutika mit Fokus auf den Bereich Onkologie, Hämatologie und Augenheilkunde. Zu diesem Segment zählt zudem auch das Geschäftsfeld Radiologie mit Medizingeräten zum Einsatz in der diagnostischen Bildgebung sowie die hierfür benötigten Kontrastmittel. Einige Produkte des Portfolios zählen zu den weltweit führenden Arzneimitteln. Die Produkte werden primär über Großhändler, Apotheken und Krankenhäuser vertrieben.

Der Bereich Consumer Health mit einem stagnierten Umsatz von 5,5 Mrd. Euro macht den letzten signifikanten Posten aus. Consumer Health ist führender Anbieter von verschreibungsfreien Medikamenten, Nahrungsergänzungsmitteln, medizinischen Hautpflegeprodukten und anderen Self-Care-Lösungen in den Kategorien Dermatologie, Nahrungsergänzung, Magen-Darm-Gesundheit, Allergie und Erkältung sowie Schmerz und Kardiovorsorge. Die Produkte werden in Apotheken, Supermärkten, Drogerieketten sowie über Online-Händler verkauft. Das bekannteste Produkt für Endanwender dürfte hier Aspirin sein.

Bis 2019 gab es noch den Bereich Animal-Health, der jedoch für 7,6 Mrd. USD an das US-Unternehmen Elanco verkauft wurde. Davon sind 5,3 Mrd. USD als Cash, sowie 2,3 Mrd. USD in Aktien von Elanco bezahlt worden.

Region
Schauen wir nun auf die Umsatzverteilung nach Standort. In Nordamerika werden seit 2019 knapp vor Europa die größten Umsätze mit 15,1 Mrd. € erzielt. Im Vergleich zu 2018 entspricht das einem Anstieg von 37,9%. Europa/Nahost sowie Afrika ist für 13,2 Mrd.€ verantwortlich, was einem Zuwachs von 6,4% entspricht und damit dem Niedrigsten. Der Raum Asien-Pazifik ist für 8,6 Mrd. Euro verantwortlich und konnte zu 2018 um 10,4% zulegen. In Lateinamerika wurden 2019 Umsätze von 6,7 Mrd. Euro erzielt, was einem sehr starken Zuwachs von 18,7% entspricht.

Beurteilung
Die Segmentbeurteilung lässt also den Schluss zu, dass sich Bayer hinsichtlich der 3-Kernsegmente sowie der geografischen Lage sehr gut diversifiziert hat. Die Hauptgeschäftsbereiche sind Crop-Science sowie Pharmaceuticals, die sich zum Vorjahr sehr gut steigern konnten. So zeigt auch die geografische Betrachtung, dass in Nordamerika sowie Europa die größten Umsätze mit signifikanten Zuwächsen erzielt wurden. 


Peer Group Vergleich

Bayer Aktie Aktienanalyse Vergleich

Kommen wir nun zum Peer-Group-Vergleich. Hierfür habe ich Johnson & Johnson, Bayer, Novartis und Merck ausgewählt, die allesamt im Bereich Medizin/Pharma tätig sind.  

Profitabilität
Zuerst ein Blick auf die Profitabilität, in blauem Balken ist der Umsatz, in grünem der EBIT und in orangener Linie die Umsatzsteigerung von 2015 zu 2019 dargestellt. Führend ist hier John & Johnson mit einem Umsatz von 73,3 Mrd. Euro. Gefolgt von Novartis und Bayer mit rund 44 Mrd. Euro und an letzter Stelle Merck mit einem Umsatz von 16,1 Mrd. Euro. Interessanter ist jedoch aus meiner Sicht die Entwicklung des Umsatzes von 2015 zu 2019 – wie im Diagramm in der orangenen Linie zu sehen. Hier ist Bayer mit einem Umsatzrückgang von 6% auf dem letzten Platz, gefolgt von Novartis mit -1%. J&J konnte seinen Umsatz um 17% steigern und liegt damit auf Rang 2. Den besten Umsatzzuwachs verzeichnet Merck mit 26%.

Gewinnmarge
Schauen wir auf die Gewinnmarge, die sich aus EBIT durch Umsatz errechnet. Die beste Marge erwirtschaftet Johnson & Johnson mit 26,2%, gefolgt von Novartis mit 21,2%. Die Deutschen, also Merck mit 12,4% und Bayer auf dem letzten Rang mit einer Marge von 10,4% können da nicht mithalten.

Dividendenrendite
Bei der
Dividendenrendite von 3,85% liegt Bayer vorne. Gefolgt von Novartis mit 2,95% und J&J mit 2,57%. Merck liegt mit 1,23% hier auf dem letzten Rang.

Kurs-Gewinn-Verhältnis
Schauen wir auf das
KGV sehen wir, dass Bayer mit einem Wert von 17,5 am niedrigsten Bewertet zu sein scheint. Johnson & Johnson kommt auf einen Wert von 26.

 Kursverlauf
Im Bereich der 1-Jahres-Performance des Kurses hat Bayer jedoch am besten abgeschnitten. Hier liegt der Zuwachs bei 24,76%. Merk hat einen Kurszuwachs von 9,58% und J&J sowie Novartis liegen aktuell bei -1%.

Fazit
Rein aus den Werten dieses Vergleichs, ohne die Unternehmen Fundamental näher untersucht zu haben, sind die Favoriten hier J&J sowie Bayer. Die beste Geschäftsentwicklung legte Merck hin, wobei es ebenfalls von J&J beachtlich ist, bei einem solch hohen Umsatz, diesen noch derart weitersteigern zu können. Die Beste Gewinnmarge liegt bei J&J. Die höchste Dividende bei Bayer und das niedrigste KGV liegt ebenfalls bei Bayer. Auch die 1-Jahres-Performance war bei Bayer am besten.

 


Quartalsmitteilung

Bayer Aktie Aktienanalyse Zukunft

Nun zur Quartalsmitteilung von Q1 2020:

Die Geschäftsaktivitäten waren stark von der COVID-19-Pandemie geprägt. Hier zeigte sich jedoch, dass das Produktportfolio im Bereich Gesundheit und Ernährung auch unter schwierigen Rahmenbedingungen erfolgreich weiter wirtschaften konnte und einen Anstieg von 13,5 zu Q1 2019 ausmacht. Der Zuwachs erklärt sich durch die erhöhte Nachfrage, teilweise Bevorratung. Andererseits wird das Geschäft auch negativ durch die Pandemieverbundene Einschränkung beeinflusst. Für 2020 ist aktuell kein Ausblick möglich, da der COVID-19-Einfluss noch nicht verlässlich quantifizierbar ist. Der Konzernumsatz stieg jedoch um 6% und der EBITDA um 10,2% im Vergleich zu Q1 2019.


Glyphosat-Prozess

Vorgestern, also am 24. Juni gab es folgende sehr wichtige und aus meiner Sicht entscheidende Neuigkeit für die Zukunft von Bayer und die damit einhergehende Beseitigung von Ungewissheit.

RoundUp-Rechtsstreit
Also was ist hier eigentlich passiert. Mit der Übernahme 2018 von Monsanto in Höhe von 60 Milliarden Dollar hat sich Bayer auch immense Rechtsrisiken und Klagen im Zusammenhang mit den RoundUp Produkten und dem darin befindlichen Stoff Glyphosat und anderen Agrarprodukten hinzugeholt. Als Bayer die ersten drei Glyphosat-Prozesse in Amerika verlor und hohe Schadensersatz-Urteile kassierte, warfen immer mehr Menschen dem Konzern vor, durch die Verwendung von Unkrautvernichtern Krebs bekommen zu haben.

Die Klagen stützen sich wesentlich auf die Einschätzung der WHO-Krebsforschungsagentur, die Glyphosat 2015 als „wahrscheinlich krebserregend“ eingestuft hat.  So hat Bayer nun einen Vergleich in Höhe von bis zu 9,8 Milliarde Euro akzeptiert, um einen wesentlichen Teil der Klagen aus der Welt zu schaffen und zugleich weitere Rechtrisiken vorzubeugen. Enthalten darin sind Ansprüche, die noch nicht beigelegt sind, sowie 1,1 Mrd. Euro um eine separate Vereinbarung für potenzielle Künftige Klagen zu ermöglichen.

Konzernchef Baumann sagt dazu, dass dies kein Schuldeingeständnis sei. Man wolle nach vorne blicken und sich auf das Kerngeschäft konzentrieren. An der Verfügbarkeit für die beliebten RoundUp Produkte wird sich nichts ändern. Landwirte vertrauen diesen Produkten. Nicht nur um Unkraut zu bekämpfen, sondern auch um Bodenbearbeitung zu minimieren, Treibausgasemissionen zu reduzieren, mehr Land für einheimische Lebensräume zu erhalten und genug Nahrung für die wachsende Weltbevölkerung bereit zu stellen – So Bayer.

Bayer sagt zudem, dass Glyphosatbasierte Herbizide zu den gründlichst-untersuchten Produkten ihrer Art gehören und 4-Jahrzehnte wissenschaftliche Arbeit diese Einschätzung stützen, dass die Produkte nicht krebserregend sind. Auch wird diese Auffassung durch führende Experten von Regulierungsbehörden auf der ganzen Welt unterstützt. Darunter beispielweise die US-Umweltschutzbehörde (EPA), die European Food Safety Authority (EFSA), die European Chemicals Agency (ECHA) sowie führende Gesundheitsbehörden in Deutschland, Australien, Korea, Kanada, Neuseeland und Japan.

Dicamba Verfahren
Zusätzlich wurden Einigungen im Dicamba-Verfahren erzielt, in dem Bayer insgesamt 356 Millionen Euro zahlen wird. Vorgeworfen wurde, dass das Produkt an Ernteschäden für Sojabohnen und andere Pflanzen in den Erntejahren 2015-2020 verantwortlich sei. Anspruchsteller müssen beweise liefern, dass Schäden vorliegen, die DIcamba verursacht hat.

Weiteres
Letztendlich hat Bayer noch eine Reihe von Vereinbarungen getroffen, um den wesentlichen Teil des Verfahrenskomplexes zu den Auswirkungen von PCB in den Gewässern beizulegen. Monsanto hatte PCB rechtmäßig hergestellt, stelle die Produktion jedoch 1977 ein. Um die Rechtstreitigkeiten um PCB beizulegen, wird Bayer rund 730 Millionen zahlen.


Ziele

Bayer konzentriert sich auf vier strategische Schwerpunkte um für alle Anteilseigner attraktive Renditen zu erzielen und gleichzeitig einen positiven Beitrag für die Gesellschaft und Umwelt zu erzielen:

Bayer will sich um Bereich Gesundheit und Ernährung zu einem global führenden Unternehmen weiterentwickeln. Hierbei werden Werte durch strategische Kapitalallokationen mit Fokus auf profitablem Wachstum geschaffen. So ist Bayer in regulierten Bereichen mit hoher Rentabilität aktiv, in denen überdurchschnittliches Wachstum möglich ist.

Bayer entwickelt Innovation und nutzt Spitzenforschung, um wichtige Herausforderungen in den Bereichen Gesundheit und Ernährung zu lösen. Hierbei wird der Zugang zu Innovation durch offene Kollaborationen mit Dritten angestrebt. Zugleich wird die Digitale Entwicklung entlang der Wertschöpfungskette weiter vorangetrieben und an einer Co-Entwicklung Disruptiver Technologien gearbeitet. So gibt Bayer für die Forschungen über 5 Milliarden jährlich aus. 

Bayer definiert Nachhaltigkeit als integralen Bestandteil der Geschäftsstrategie und sieht es als gleichrangiges Unternehmensziel neben finanziellen Kenngrößen an. Bayers Ziele orientieren sich bis 2030 an den Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen und den Klimazielen des Paris-Abkommens.

Letztendlich soll die operative Leistungsfähigkeit gesteigert werden. Hierfür wurde das Synergie- und Effizienzprogramm Bayer 2022 ins Leben gerufen, welches folgende essentielle Punkte zusammengefasst für die einzelnen Segmente beinhaltet:

Bayer 2022

Segmenterwartung
Im Segment Crop-Science soll die führende Position im Markt sowie bei Forschung und Entwicklung dazu genutzt werden, weltklasse Innovationen zu entwickeln, von denen Landwirte und die Gesellschaft profitieren. Mit Hilfe digitaler Innovationen soll dieses Segment maßgeschneiderte Lösungen anbieten.

Im Bereich Pharmaceuticals gründen die positiven Entwicklungserwartungen darauf, die vorhandenen Entwicklungen auf den Markt zu bringen und verstärkt auf externe Innovationen zuzugreifen. 

Der Consumer Health Bereich will sich auf die Kernkategorie der rezeptfreien Produkte konzentrieren. Wobei treibende Kräfte für den Wachstum die beschleunigte Innovation sowie modernisierte Marketing- und Vertriebsstrategien sind, welche die Produktmarken fördern werden. Außerdem sollen bis 2022 rund 500 Millionen in diesem Segment eingespart werden.

Allgemeine Erwartung
Zwischen 2019 und 2022 will Bayer einen Free Cashflow von insgesamt rund 23 Milliarden Euro erzielen. Gegenüber 2018 soll dieser um durchschnittlich 18% und bis 2022 auf 8 Milliarden Euro steigen. Diese Mittel sollen dann dafür genutzt werden, die Dividende weiter zu erhöhen und die Nettofinanzverschuldung zu reduzieren. Darüber hinaus wird geprüft, einen erheblichen Teil der Erlöse für Aktienrückkäufe einzusetzen. Die Finanzverschuldung soll bis 2022 auf 26-28 Milliarden sinken. Darüber hinaus sollen die Zuflüsse die Innovationskraft stärken und ausgewählte ergänzende Zukäufe zu finanzieren.

In den vergangenen 15-Jahren hat sich Bayer von einem diversifizierten Chemie- und Pharmakonzern zu einem Life-Science-Unternehmen entwickelt, das führend in Gesundheit und Ernährung ist. So ist Bayer gut aufgestellt, um von den Megatrends einer wachsenden und älterwerdenden Bevölkerung zu profitieren. So sollen bis 2022 insgesamt rund 35 Milliarden Euro für Zukunftsinvestitionen bereitgestellt werden, wovon mehr als 2/3 in die Forschung und Entwicklung fließen sollen und knapp ein Drittel in Sachanlagen.

Das Segment Crop-Science verfügt über eine Entwicklungspipeline mit mehr als 75 Projekten und Pharmaceuticals weist rund 50 Projekte in der klinischen Entwicklung auf. Neben der erfolgreichen Weiterentwicklung der eigenen Forschung und Entwicklung soll eine verstärkte Ausrichtung auf externe Innovationen gerichtet werden. Beispielweise durch Lizenzvereinbarungen sowie Forschung gemeinsam mit Partnern.

Jedoch muss ich den Hinweis geben, dass es sich hierbei um zukunftsgerichtete Aussagen handelt, die sich nicht auf historische Ereignisse beziehen sondern auf Bayers aktuelle Einschätzungen, Erwartungen und Annahmen in Hinblick auf die Zukunft.


Fazit

Bayer Aktie Aktienanalyse Fazit

Allgemeine Bewertung:
Bayer ist aus meiner Sicht ein finanziell solider Konzern, mit guten Umsatzzuwächsen seit 2016 und einer guten Segment- sowie geografischen Diversifikation in einer Branche, die durch die steigende Demografie äußerst zukunftsfähig ist.
Bayer hat eine außerordentliche klare Zielsetzung und wichtiger noch, die genaue Planung wie diese erreicht werden soll. Bayer investiert aktuell 5 Milliarden Euro in die Forschung und Entwicklung, wobei die Ausgaben dafür bis 2022 auf 23 Milliarden Euro kumuliert steigen sollen. Zudem sind über 125 Projekte in der Entwicklungspipeline.
Durch die Monsanto Übernahme erreichte Bayer zwar die Nummer 1 im Bereich Crop-Science, holte sich zudem aber auch enorme Rechtsrisiken hinzu, die den Konzern nun mit Zahlungen von über 10 Mrd. € belasten. Ein Umsatzzuwachs ist in sämtlichen Segmenten als auch Regionen ist zu verzeichnen. Aktuell ist keine quantifizierbare Prognose für 2020 möglich.
Auch die Nettofinanzverschuldung ist aktuell durch die Übernahme begründet und lag davor bei lediglich 41%.

Bewertung der Aktie:
Diese ist aktuell leicht unterbewertet. Das langfristige Gewinnwachstum liegt bei knapp 10%. Aktuell liegt das KGV bei 16,5, wobei das historische KGV der letzten 5 Jahre bei 21 liegt. Die Dividende ist als stabil anzusehen, jedoch ist für die nächsten Jahre keine signifikante Erhöhung zu erwarten. Aufgrund der Annahme von Bayer einen freien Cashflow von 8 Mrd. € im Jahr 2022 zu erzielen, ist davon auszugehen, dass sich tolle Chancen für eine Dividendensteigerung ergeben. Seit 2015 erlebt Bayer einen Abwärtstrend, der durch die Unsicherheit im Bezug auf die Rechtsstreitigkeit fahrt aufnahm. Dieser ist nun erfolgreich beigelegt, was für mehr Sicherheit sorgen sollte. Daher ist nun eine Kurserholung sehr wahrscheinlich.

Abschließendes Fazit:
Für mich ist die Bayer Aktie aktuell ein Kauf mit einer guten Chance auf Kurszuwächse, auch begründet durch die interessante zukunftsgerichtete Planung des Bayer Konzern.


Factsheet

Das Factsheet kannst Du Dir hier downloaden:

Zum Abschluss interessiert mich jetzt, ob du Bayer im Depot oder auf der Watchlist hast. 😊 An der Stelle empfehle ich Dir nun im Börsen-ABC Dein Wissen zu erweitern und aufzufrischen oder weiter durch die Aktienanalysen zu stöbern. Sicher sind meine Empfehlungen für die Börse auch einen Blick wert. Damit kannst Du mich sogar unterstützen!