Die Deutsche Post Aktienanalyse kannst Du Dir auch auf YouTube anschauen und am Ende des Beitrags das zugehörige Factsheet downloaden 😊


Kurzüberblick

Die Deutsche Post AG mit Sitz in Bonn ist ein börsennotiertes Logistik- und Post-Unternehmen, das 1995 aus der früheren Behörde Deutsche Bundespost hervorging. Mit einer Marktkapitalisierung von 43,7 Mrd. € ist die Deutsche Post im DAX ansäßig. Gemessen am Umsatz, der 2019 bei 63.341 Mio. € (zum Vorjahr: +2,91%) liegt, gehört die Deutsche Post zu den größten Logistik-Unternehmen der Welt. Der Gewinn lag bei 2.623 Mio. € und damit 26,4% höher als im Vorjahr. Von über 540.000 Mitarbeitern ist Frank Appel seit 2008 der Vorstandsvorsitzende und bestellt bis 2022. 


Kursverlauf

Der Kursverlauf im 5-Jahreszeitraum widerspiegelt einen Kurszuwachs von 28,10%. Das Tief liegt in Mitten der Covid-19 Krise bei 19,10€ und das Hoch bei 41,36€. Daraus folgt eine Tief-Hoch-Differenz von 82,72%. Die 1-Jahresperformance ist mit 15,18% positiv.


Profitabilität

Deutsche Post Aktie Aktienanalyse Profitabilität

Schauen wir nun auf den Umsatz, den Gewinn und die Marge. 
Im Jahr 2015 lag der Umsatz bei 59.230 Mio. € und steigerte sich zu 2019 um 6,94% auf 63.341 Mio. €. Dies entspricht einem jährlichen Zuwachs von 1,35%. In den einzelnen Jahren ist ein kontinuierlicher Zuwachs festzustellen, der keinerlei signifikante Ausschläge in positive bzw. negative Richtung besitzt. 
Der Gewinn liegt 2019 bei 2.623 Mio. € und damit 70,32% höher als im Jahr 2015. Der jährliche Zuwachs liegt somit bei durchschnittlich 11,24%. Die Marge, die sich aus Gewinn / Umsatz errechnet, liegt 2019 bei 4,14%. Im gesamten Zeitraum liegt diese bei 3,84%. Die niedrige Marge ist vorrangig durch eine hohe Kostenstruktur hinsichtlich Mitarbeiter (544.000+) und Treibstoffkosten zu erklären.

Festzustellen ist, dass die Deutsche Post seine Umsätze kontinuierlich, jedoch nur gering steigern konnte. Die Marge konnte nicht signifikant gesteigert werden und liegt im Schnitt bei 3,84%. 


Dividende

Deutsche Post Aktie Aktienanalyse Dividende

Dividende
Mit einer Dividende von 1,15€ im Jahr 2019 und einer Dividendenrendite von 3,64% ist die deutsche Post ein interessanter Dividendentitel – nicht zuletzt auch aus steuerlicher Sicht. Die Dividende lag im Jahr 2015 bei 85 Cent und steigerte sich bis 2017 auf 1,15€ und stagniert seitdem. Folglich liegt das durchschnittliche Dividendenwachstum über den gesamten Zeitraum bei 11,32%. Die Ausschüttungsquote die zuletzt bei 54% und im Durchschnitt bei 57,65% liegt, ist als äußerst Aktionärsfreundlich und gesund anzusehen. Über die letzten 5 Jahre konnte man – ohne Berücksichtigung des Kurszuwachses – jährlich durchschnittlich 3,64% Dividendenrendite mitnehmen. 

Finanzierung
Werfen wir zusätzlich einen Blick auf den freien Cashflow und stellen diesem die Ausschüttungssumme gegenüber. Einzig im Jahr 2015 wurde eine gute Quote von 59,6% erreicht. 2016 lag die Quote bei 286% und pendelte sich bis 2019 bei 163,9% ein. Betrachtet man dem kompletten Zeitraum stellt man fest, dass die Dividende nicht aus dem freien Cashflow sondern aus der Unternehmenssubstanz gezahlt wird. 

Steuerfreiheit
Die Dividenden der Deutschen Post werden i.d.R. steuerfrei ausgezahlt. Das liegt daran, dass dabei die Kapitalreserven anstatt die erwirtschafteten Profite genutzt werden, was die Betrachtung der Finanzierung bestätigt. Genau genommen handelt es sich hierbei um Kapitalerhöhungen und Einlagen früherer Jahre, die an die aktuellen Unternehmenseigentümer in Form einer Dividende wieder zurückfließen.

Um die Dividende von 1,15€ zu erhalten, muss die Deutsche Post Aktie am 27. August 2020 im Depot sein. Die Ausschüttung erfolgt am 01. September. 


Bilanz

Deutsche Post Aktie Aktienanalyse Bilanz

Kapitalverteilung
Schauen wir nun auf die Kapitalverteilung. Die Balken widerspiegeln die Verteilung von Eigenkapital in Hellblau und Fremdkapital in Dunkelblau dargestellt.  Beide Werte zusammen ergeben die Bilanzsumme. In den Jahren 2015/2016/2017 beläuft sich die Bilanzsumme auf 38.500 Mio. € und beruht auf eine Kapitalverteilung zu 30% Eigenkapital. Zu 2018 steigerte sich die Bilanzsumme auf 50.470 Mio. €, was durch einen Zuwachs von Fremd- und Eigenkapital in gleichermaßen zu begründen ist. 2019 beläuft sich die Bilanzsumme auf 52.169 Mio. € und die Eigenkapitalquote auf 32,3%. 

Verschuldung
Interessanter ist die Verschuldung. Dafür werfe ich einen Blick auf die Bilanzsumme und unterteile diese in Eigenkapital mit 16.873 Mio. € Eigenkapital, 16.229 Mio. € Schulden und 19.067 Mio. € nichtzinstragendem Fremdkapital. In Grün dargestellt sind die liquiden Mittel, die sich auf 2.862 Mio. € belaufen. Mit diesen Werten sind wir in der Lage, die Nettoverschuldung zu berechnen, die sich aus den Schulden abzüglich der liquiden Mittel errechnet. Die Nettoverschuldung beläuft sich also auf 13.367 Millionen Euro.

Verschuldungsgrad
Um das besser einschätzen zu können, teilen wir die Nettoverschuldung noch durch den EBITDA, der bei 7.812 Mio. € liegt und erhalten dadurch den Verschuldungsgrad. Dieser liegt bei 171,1%. Das bedeutet, dass 1,7-fache der jährlichen Ertragskraft ist notwendig, um die Schulden zu tilgen. Meine persönliche Grenze liegt bei 250%. 


Aktie

Deutsche Post Aktie Aktienanalyse

Aktienkennzahlen
Bitte selber entnehmen 😀
Falls Du nicht mit allen Kennzahlen was anfangen kannst, lies Dich gerne im Börsen-ABC ein.

Aktionärsstruktur
79,3% der Aktien befinden sich im Freefloat. Gemessen am Stammkapital besitzt die KfW Bankengruppe eine Beteiligung von 20,5%. Insgesamt werden 61,7% von institutionellen Investoren gehalten, von denen die „Norges Bank Investment Management“ mit 2,75% und „The Vanguard Group, Inc.“  mit 2,35%  die größten Beteiligungen halten. 17,6% sind Privataktionäre.


Segment

Deutsche Post Aktie Aktienanalyse Segment

Segment
Die Segmentverteilung gliedert sich bei der Deutschen Post umsatztechnisch in 4 Kernsegmente und einem Nebensegment. Zu den Segmenten gehören „Post & Paket Deutschland“, „Express“, „Global Forwarding, Freight“, „Supply Chain“ und „eCommerce Solutions“. Betrachten wir die einzelnen Bereiche für sich:

Post & Paket Deutschland
Der Umsatz im Segment „Post und Paket Deutschland“ beläuft sich auf 15.099 Mio. € und liegt damit +2,3% höher als im Vorjahr. Hauptaufgabe des Segments ist der Transport von Dokumenten und Waren innerhalb Deutschlands und im Export. Hierzu zählt auch die Übermittlung von Informationen in digitaler Form, sendungsbegleitend oder als Sendungsinhalt. 

Express
Das Segment „Express“ steigerte seinen Umsatz zum Vorjahr um +6,1% auf 16.734 Mio. €. Der Unternehmensbereich bietet zeitgenaue Kurier- und Expressdienstleistungen für Geschäfts- und Privatkunden an.

Global Forwarding, Freight
Mit einer Steigerung von nur +0,8% ist die Umsatzentwicklung im Segment „Global Forwarding, Freight“ neutral geblieben. Der Absatz liegt bei 14.175 Mio. €. Dieser Unternehmensbereich beinhaltet den Straßen-, Luft- und Seetransport von Gütern.

Supply Chain
Im letzten signifikanten Segment „Supply Chain“ steigerte sich der Umsatz zum Vorjahr um +1,0% auf 13.332 Mio. €. Hauptaufgabenbereich ist die Erbringung von maßgeschneiderten Lieferkettenlösungen, die auf weltweit standardisierten Modulen wie Lagerhaltung, Transport und Mehrwertleistung beruhen. 

eCommerce Solutions
Im Bereich „eCommerce Solutions“ wird die internationale Paketzustellung des Konzern gebündelt. Zu den Kernaktivitäten zählen die nationale Paketzustellung in ausgewählten Ländern Europas, Amerika und Asien sowie der grenzüberschreitende Nicht-TDI-Service nach und aus Europa innerhalb Europas. 
TDI steht für „Time Definite International“ und ist das Hauptprodukt von DHL, das für Lieferungen in einem vorab definierten Zeitbereich steht.
Mit einem Umsatzzuwachs von +9,2% und einem Umsatz von 3.852 Mio. € ist eCommerce Solutions das kleinste und zugleich Wachstumsstärkste Segment.

Region
Die Umsatzverteilung nach Region zeigt, dass DHL weltweit mit soliden Absätzen aktiv ist. Der größte Umsatz wird in Deutschland mit 19.040 Mio. € erwirtschaftet (Vorjahr: 18.579 Mio. € / + 2,5%). Die europäische Lieferung und Dienstleistung sorgt für einen Umsatz von 18.807 Mio. € (Vorjahr: 18.464 Mio. € / + 1,9%). Damit liegt der kumulierte Absatz in Deutschland und Europa bei 59,8%. Amerika ist mit einem Umsatz von 11.841 Mio. € (Vorjahr: 11.163 Mio. € / + 6,1%) mit Asien von 11.040 Mio. € (Vorjahr: 10.766 Mio. € / + 2,5%) beinahe gleich auf. Amerika hat sich mit 6,1%  im Vergleich zu Asien mit 2,5% besser entwickelt. 

Fazit
Die Segment Analyse lässt den Schluss zu, dass sich die Deutsche Post in sämtlichen Segmenten und Regionen leicht gesteigert hat. Das Angebotsportfolio reicht vom normalen Brief- und Paketversand innerhalb Deutschlands bis hin zum weltweiten Export. Neben standardisierten Modulen bietet die Deutsche Post auch individuelle Lösungen für die Kunden an. Die regionale Verteilung hat gezeigt, dass die Umsätze in Deutschland und Europa bei ca. 60% liegen. Amerika und Asien sind für weitere 36,1% verantwortlich. Folglich ist die Deutsche Post auch regional sehr breit diversifiziert. 


Peer Group Vergleich

Deutsche Post Aktie Peer Group Vergleich

Kommen wir nun zum Peer-Group-Vergleich. Hierfür habe ich die Deutsche Post, UPS, FedEx und Maersk ausgewählt, die allesamt im Bereich Logistik tätig sind.  

Profitabilität
Zuerst ein Blick auf die Profitabilität, in blauem Balken ist der Umsatz, in grünem der EBIT und in orangener Linie die Umsatzsteigerung von 2015 zu 2019 dargestellt. Knapp führend ist hier die Deutsche Post mit einem Umsatz von 63,34 Mrd. €. Gefolgt von UPS mit 63 Mrd. € und FedEx mit 59,3 Mrd. € und an letzter Stelle Maersk mit einem Umsatz von 33,1 Mrd. Euro. Interessanter ist jedoch aus meiner Sicht die Entwicklung des Umsatzes von 2015 zu 2019 – wie im Diagramm in der orangenen Linie zu sehen. Hier ist die Deutsche Post mit einem neutralen Zuwachs von 7% auf dem letzten Platz, gefolgt von UPS und Maersk mit jeweils 25%. Führend ist hier FedEx, die ihrem Umsatz um 47% steigern konnten.

Gewinnmarge
Schauen wir auf die Gewinnmarge, die sich aus EBIT durch Umsatz errechnet. Die beste Marge erwirtschaftet UPS mit 7,7%, gefolgt von der Deutschen Post mit 6,5% und Maersk mit 6,0%. FedEx liegt mit einer schwachen Marge von lediglich 2,4% auf dem letzten Rang.

Dividendenrendite
Mit einer Dividendenrendite von 3,64% liegt die Deutsche Post vorne. Gefolgt von FedEx mit 3,28% undUPS mit 1,99%. Maersk liegt mit 1,66% hier auf dem letzten Rang.

Kurs-Gewinn-Verhältnis
Schauen wir auf das
KGV sehen wir, dass die Deutsche Post mit einem Wert von 16,0 am niedrigsten Bewertet zu sein scheint. UPS kommt auf ein Wert von 22,91. FedEx wird zum 26,5-fachen des Gewinns gehandelt. Bei Maersk war aufgrund eines negativen Gewinns kein KGV zu ermitteln.

 Kursverlauf
Im Bereich der 1-Jahres-Performance des Kurses hat die Deutsche Post erneut am besten abgeschnitten. Hier liegt der Zuwachs bei 15,2%. Maersk hat einen Kurszuwachs von 5,5%. UPS als auch FedEx´s Kursentwicklung ist mit -5% bzw. -9% negativ. 

Fazit
Rein aus den Werten dieses Vergleichs, ohne die Unternehmen Fundamental näher untersucht zu haben, ist mein Favorit hier die Deutsche Post. Einziger Schwachpunkt ist hier die relativ neutrale Umsatzentwicklung.


Marktanteile

Deutsche Post Aktie Marktposition und SWOT Analyse

Um sich eine Vorstellung davon machen zu können, wie groß die Deutsche Post tatsächlich ist, lohnt sich ein Blick auf die Grafik aus dem Geschäftsbericht. 
Der Deutsche Markt für Briefkommunikation (Unten Links) wird mit 62,2% zu zwei Dritteln dominiert. Nac Unternehmensschätzungen beläuft sich der deutsche Markt für Briefkommunikation auf einen Umsatz von 4,2 Mrd. € jährlich. Die deutsche Post stellt täglich 55.000.000 Briefe zu.
Im Bereich Luftfracht (oben links) ist die deutsche Post mit 2,15 Mio. transportierten Export-Fracht-Tonnen Marktführer. Dies entspricht einem Vorsprung von 400 Mio. Tonnen zu Rang 2. 
Auf dem Bereich Seefrachtmarkt (Mitte Links) gibt es aktuell Überkapazitäten mit Prognose, dass dieser Trend sich die kommenden Jahre fortsetzt. Mit einem Volumen von rund 3,2 Mio. transportierter 20-Fuß-Container-Einheiten ist die Deutsche Post im Jahr 2018 zweitgrößter Anbieter in der Seefracht geblieben. 
Im wettbewerbsintensiven Bereich Europäischer Straßentransport (Oben Rechts) blieb DHL mit einem Marktanteil von 2,2% auf Rang 2. 
Auf dem Bereich Kontraktlogistik (Unten Rechts), der jährlich für ein Volumen von 217 Mrd. € verantwortlich ist, ist die Deutsche Post mit 6,1% weit vorne auf Rang 1.


SWOT Analyse

Stärken:
Die Deutsche Post befindet sich mit ihrem Geschäftsmodell in einem stetig wachsenden Markt, der nicht zuletzt durch den enormen Anstieg des eCommerce, der Digitalisierung und des Online Handels angetrieben wird. Das widerspiegelt auch der kontinuierliche Umsatzanstieg. Wie in der Segment Analyse festgestellt, ist die Deutsche Post hervorragend nach Produkten und Regionen diversifiziert. Das weltweite Verteilernetz sorgt für einen optimierten Versand hinsichtlich des regionalen Exports als auch den Kosten. Eine weitere Stärke sehe ich darin, dass Sendungen mit Nachweis rechtssicher zugestellt werden. 

Schwächen:
Größter Schwachpunkt ist die hohe Kostenstruktur, die vorrangig durch über 540.000 Mitarbeiter befeuert wird. Auch die Treibstoff-Kosten, um Pakete international zu versenden sind enorm. Zudem verfügt die Deutsche Post über Pensionsverpflichtungen, die zuletzt 5,1 Mrd. € kosten verursacht hatten. 

Chancen:
Chancen sehe ich im weiteren eCommerce Anstieg sowie der weiteren Zunahme der Attraktivität des Online Handels. Auch eine Restrukturierung der Kostenstruktur würde der Deutschen Post deutlich bessere Margen bringen. 

Risiken:
Als Risiko Stufe ich die Digitalisierung hinsichtlich des Email-Verkehrs ein, wodurch weniger Briefe geschrieben werden. Während vor einigen Jahren viele behördliche Institutionen nur Briefverkehr annahmen, werden mittlerweile auch Emails akzeptiert und teilweise gewünscht. Der Anstieg des Wettbewerbsdruck, ausgelöst durch internationale Logistik Unternehmen sorgt dafür, dass die Preise für Pakete und Briefe günstig gehalten werden müssen, wodurch die Margen niedrig bleiben würden. Globale Rezessionen oder Shutdowns, die geschäftliche Aktivitäten zurückfahren und damit auch den Briefverkehr stellen ein Risiko dar, welches sich maßgeblich auf den Umsatz auswirkt. Das gegenwärtigste Risiko stellt der eCommerce-Riese Amazon dar, der daran arbeitet, Pakete selbstständig ohne Dienstleister zu versenden. In Amerika liefert Amazon aktuell 50% seiner Pakete selbstständig aus. Eine gleiche und stärkere Entwicklung ist auch für Deutschland zu erwarten. Dabei handelt es sich nur im die eigenen Pakete. Es ist geplant, dass Amazon auch fremde Paket ausliefern lassen wird. 


Die StreetScooter Misere

Im Jahr 2010 gründeten Achim Kampker und Günther Schuh die ScreetScooter GmbH, die eine privatwirtschaftliche organisierte Forschungsinitiative darstellte. 
Nach den gescheiterten Versuchen der Deutschen Post, einen Automobilhersteller als Partner zu gewinnen, um Elektrofahrzeuge zu bauen, entschied sich der Konzern dazu, diese selber zu entwickeln. Unter Berücksichtigung des 70.000 Fahrzeug-großen-Fuhrparks war das aufgrund der signifikanten Kosteneinsparung eine gute Idee. So Übernahm die Deutsche Post im Dezember 2014 zu 100% die StreetScooter GmbH und Produzierte bis 2016 1.906 Fahrzeuge. Aufgrund kleinerer Aufträge und Vorstellungen eines Riesen Geschäfts wurde eine zweite Produktionsstätte in Dürren (NRW) – mit einer Kapazität von 20.000 Fahrzeugen jährlich errichtet. Über den Zeitraum stellten sich jedoch technische Fehler ein, die für schlechtere Streckenkapazitäten und Fahrzeugbrände sorgten. So beabsichtigt die Deutsche Post seit 2019 die Tochterfirma zu verkaufen und trat dafür mit Chinesen in Verhandlungen, die letztendlich scheiterten. Im Februar gab die Deutsche Post bekannt, dass die Produktion nun vollkommen eingestellt wird und die bisherigen Fahrzeuge selbstständig genutzt werden. Zuletzt branden erneut Fahrzeuge, woraufhin die deutsche Post 12.000 Fahrzeuge zum Check zurückruft. Die Verluste belaufen sich aktuell auf 100 Mio. €, wobei in der Bilanz Einmalaufwendungen und Abschreibungen bis zu 400 Mio. € vorgesehen sind. 


Fazit

Allgemeine Bewertung:
Die Deutsche Post ist Marktführer in der Logistik, mit schwach steigenden Umsätzen, in einer boomenden Branche, die durch den Anstieg des eCommerce gestärkt wird. Das weltweit solide Verteilernetz sorgt für Kosteneinsparungen und eine ausgezeichnete regionale Diversifikation. Die StreetScooter Misere kostet die Deutsche Post zuletzt bis zu 400 Mio. €. Das Marktumfeld lässt aufgrund des Preiskampfes kaum höhere Margen zu. Zudem ist Amazon einer der größten und gegenwärtigsten Konkurrenten, der anstrebt, seine Pakete selber auszuliefern und zukünftig auch Pakete von anderen Firmen zu verfrachten. Ein Umsatzzuwachs ist in sämtlichen Segmenten und Regionen festzustellen. Weiterhin positiv, speziell für Dividendenliebhaber ist die „steuerfrei“ gezahlte Dividende.

Bewertung der Aktie:
Diese ist aktuell fair bewertet. Das langfristige Gewinnwachstum liegt bei 13,66%. Aktuell liegt das KGV bei 16,00, wobei das historische KGV der letzten 5 Jahre bei 16,57 liegt. Die Dividende wird nicht durch den Profit sondern durch Rücklagen finanziert. Kurstechnisch war die Entwicklung der Aktie in den letzten Jahren neutral

Abschließendes Fazit:
Für mich persönlich ist die Deutsche Post zwar ein interessantes Investment, jedoch nicht zum aktuellen Kurs. Daher packe ich die Aktie auf die Watchlist. Ich erwarte keine überproportionalen Kurszuwächse. Aufgrund der steuerfreien Dividende, der Ausschüttungsquote als auch der Dividendenrendite empfinde ich die Aktie jedoch für Dividendenliebhaber interessant, wobei auch die gleichbleibende Dividende seit 2017 berücksichtigt werden muss. Ein weiterer Nachteil der sich bei diesem Steuersparmodell einstellt ist, dass die Aktie unter Umständen nicht verkauft wird – auch wenn es empfehlenswert wäre. 


Factsheet

Das Factsheet kannst Du Dir hier downloaden:

Zum Abschluss interessiert mich jetzt, ob du die Deutsche Post AG im Depot oder auf der Watchlist hast. 😊 An der Stelle empfehle ich Dir nun im Börsen-ABC Dein Wissen zu erweitern und aufzufrischen oder weiter durch die Aktienanalysen zu stöbern. Sicher sind meine Empfehlungen für die Börse auch einen Blick wert. Damit kannst Du mich sogar unterstützen! 💙