Die HeidelbergCement Aktienanalyse kannst Du Dir auch auf YouTube anschauen und am Ende des Beitrags das zugehörige Factsheet downloaden 😊


Kurzüberblick

Heute schauen wir uns HeidelbergCement an und starten zuvor mit einem schnellen Überblick. HeidelbergCement mit Sitz in Heidelberg ist ein börsennotierter und DAX-Vertretener Konzern, der 1874 gegründet wurde. Das Unternehmen ist in der Baustoffbranche aktiv und weltweit die Nummer 1 bei Zuschlagsstoffen, Nummer 2 bei Zement und Nummer 3 bei Transportbeton. Die WKN steht wie immer dabei. Seit kurzem wird das Unternehmen von Dominik von Achten geführt, der damit einen Konzern mit über 60.000 Mitarbeitern an über 3000 Standorten führt.  Die Marktkapitalisierung beläuft sich aktuell auf 9,14 Milliarden Euro. Der Umsatz beträgt 18,85 Milliarden Euro, was einem Zuwachs von 4,3% entspricht. Der Gewinn hingegen sank um -3,4% auf 1,24 Milliarden Euro ab.


Kursverlauf

Werfen wir auf den 5-Jahres-Kursverlauf sehen wir, dass es HeidelbergCement seit 2018 hart erwischt hat. Der Höchststand von 95,50€, der am 11.01.2018 erreicht wurde ist aktuell noch weit entfernt. Das Tief, wofür hauptsächlich Corona verantwortlich ist, liegt bei 30,22€. Seitdem hat sich der Kurs aber wieder stark erholt. Die ein- sowie fünfjahres-Performances liegen im Schnitt bei -30%. Zwischen Tief und Hoch liegen hingegen – 68%.


Profitabilität

HeidelbergCement Aktienanalyse Profitabilität

Schauen wir uns dazu den Umsatz, den Gewinn und die Marge an sehen wir vor allem, dass die geschäftliche Entwicklung des Konzernes für die Kursentwicklung nicht verantwortlich ist. Von 2015 zu 2019 hat sich der Kurs von 13.465 Millionen € auf 18.851 Millionen € erhöht, was einem Zuwachs von Starken 40% entspricht. Daraus ergibt sich ein gemittelter jährlicher Zuwachs von 7%. Der Gewinn stieg von 2015 um 26,3% an und beträgt im Jahr 2019 1.242 Millionen Euro. Hier entspricht der durchschnittliche jährliche Zuwachs 4,8%. Interessant empfinde ich immer die Marge, die sich auch Gewinn geteilt durch Umsatz ergibt und bei HeidelbergCement bei durchschnittlich guten 6,5% liegt.


Dividende

HeidelbergCement Aktienanalyse Dividende

Dividende
In blauen Balken ist der Gewinn je Aktie, in gelben Balken die Dividende und in roter Linie die Dividendenrendite dargestellt. Schauen wir auf die Dividende sehen wir, dass diese jährlich gesteigert wurde.Zu 2019 gab es jedoch eine Dividendenkürzung von -71,4% – vorgeschlagen wurden jedoch 2,20€. Die Begründung dafür liefere ich später ich der Analyse. Das durchschnittliche Dividendenwachstum, welches ebenfalls die starke Kürzung umfasst beträgt noch immer 11% jährlich. Auch die Ausschüttungsquote lag zwischen 30-40%, was ich als gesund für das Unternehmen und fair gegenüber den Aktionären empfinde. So lag im Jahr 2019 die Dividende also bei 60 Cent, was einer Dividendenrendite von knapp einem Prozent und einer Ausschüttungsquote von 10,9% entspricht.

Finanzierung
Untersuchen wir dazu noch die Finanzierung der Dividende. Dafür nutze ich den freien Cashflow in Blau und stelle diesem die Ausschüttungssumme für die Dividendenzahlung in Gelb gegenüber. Das Ergebnis ist die Rot dargestellte Linie, die die Quote aus beidem angibt. In jedem Jahr konnte die Dividende sehr gut durch den freien Cashflow finanziert werden. Der Ausreißer im Jahr 2016 begründet sich durch die Übernahme der italienischen Italcementi. Festzuhalten ist hier, dass die Finanzierung der Dividende stets geleistet werden konnte und diese als sicher anzusehen ist.

Noch interessant für die Dividendenliebhaber: Für 2019 gibt es keine Auszahlung mehr. Das Ex-Date lag am 05.06. Dementsprechend ist es nun 2 Wochen zu spät. Da HeidelbergCement auch nur einmal jährlich auszahlt, ist das nächste EX-Date auch für Juni 2021 zu erwarten. Also aktuell kein Kaufstress


Bilanz

HeidelbergCement Aktienanalyse Bilanz

Kapitalverteilung
Schauen wir nun auf die Kapitalverteilung. Die Balken widerspiegeln die Verteilung von Eigenkapital in dunkelblau und Fremdkapital in hellblau dargestellt.  Beide Werte zusammen ergeben die Bilanzsumme, die von 2015 an kontinuierlich ansteigt. Die Eigenkapitalquote liegt im Schnitt bei 50%.

Verschuldung
Interessanter ist die Verschuldung. Dafür werfe ich einen Blick auf die Bilanzsumme und unterteile diese im Fremdkapital mit 18.504 Millionen €, 12.012 Millionen € Schulden und 8.057 Millionen € nichtzinstragendem Fremdkapital. In Grün dargestellt sind die liquiden Mittel, die sich auf 3.617 Millionen € belaufen. Mit diesen Werten sind wir in der Lage, die Nettoverschuldung zu berechnen, die sich aus den Schulden abzüglich der liquiden Mittel errechnet. Die Nettoverschuldung beläuft sich also auf 8.411 Millionen Euro.

Verschuldungsgrad
Um das besser einschätzen zu können, teilen wir die Nettoverschuldung noch durch den EBITDA, der bei 3.580 Millionen € liegt und erhalten dadurch den Verschuldungsgrad. Dieser liegt bei HeidelbergCement bei 235%. Das bedeutet, dass 2,3-fache der jährlichen Ertragskraft ist notwendig, um die Schulden zu tilgen. Meine persönliche Grenze ziehe ich meist bei 250%. Dementsprechend ist HeidelbergCement nun wieder im Rennen. Wieder sage ich, weil der Verschuldungsgrad die Jahre zuvor teilweise bei 300% lag und dementsprechend gut reduziert werden konnte.


Aktie

HeidelbergCement Aktienanalyse Aktienkennzahlen

Aktienkennzahlen
Bitte selber entnehmen 😀
Falls Du nicht mit allen Kennzahlen was anfangen kannst, lies Dich gerne im Börsen-ABC ein.

Aktionärsstruktur
Die Aktionärsstruktur ist bei HeidelbergCement sehr interessant. TBD


Segment Analyse

HeidelbergCement Aktienanalyse Segment

Segment
Nun zur Segmentverteilung. Den größten Posten gemessen am Umsatz macht „Zement“ mit 9.118 Millionen € aus. Dies entspricht einem guten Zuwachs von 3,61% zum Vorjahr. Das „Transportbeton- und Asphalt“-Segment ist mit 5.548 Millionen € an zweiter Stelle, knapp gefolgt von den „Zuschlagsstoffen“ mit 4.110 Millionen €. Hier fällt schon auf, dass HeidelbergCement nicht nur von einem Geschäftsbereich stark abhängig ist, sondern gut diversifiziert ist. Speziell der Transportbeton und die Zuschlagsstoffe hatten mit 7,6% und 6,8% den besten Zuwachs zum Vorjahr. Lediglich der „Service – Joint Venture“-Bereich war mit -5% Rücklauf und beträgt noch immer 2.748 Millionen €.

Region
Die größten Umsätze werden in West- und Südeuropa mit 5.112 Millionen € und Nordamerika mit 4.778 Millionen € erzielt. Der Zuwachs alleine in Nordamerika lag von 2018 an bei soliden +12%. Nord- und Osteuropa sowie Zentralasien waren als einzige Posten mit -1% Rückläufig, betragen jedoch immer noch 2.888 Millionen €.

Insgesamt lässt der Blick auf die Segmentverteilung den Schluss zu, dass HeidelbergCement sehr gut in Geschäftsbereich als auch Geografisch diversifiziert ist.


Peer Group Vergleich

HeidelbergCement Aktienanalyse Vergleich

Profitabilität
Jetzt schauen wir, wie sich HeidelbergCement im Vergleich zur Konkurrenz schlägt und werfen dafür zuerst einen Blick auf die Profitabilität. Im Diagramm ist in Blau der Umsatz und in Grün der EBIT dargestellt. Die Orangene Linie gibt an, wie stark sich der Umsatz von 2015 zu 2019 entwickelt hat. Führend ist ganz klar Saint-Gobain mit einem Umsatz von 42,5 Milliarden. Gefolgt von Anhui Conch, LafargeHolcim und HeidelbergCement an letzter Stelle. Interessant ist vor allem die Entwicklung von 2015 zu 2019. Hier sieht man mit einem extremen Umsatzanstieg von 132% die Chinesen an erster Stelle. Jedoch konnte sich auch HeidelbergCement mit 40% weit vor LafargeHolcim und Saint Gobain absetzen.

Gewinnmarge
Holen wir uns noch die Gewinnmarge hinzu sehen wir, dass Anhui Conch mit 15,8% das beste Ergebnis erzielt. Gefolgt von Lafarge mit 12,4% und HeidelbergCement mit 10,65%. Am Schlechtesten hat Saint-Gobain mit lediglich knapp 8% gewirtschaftet.

Dividendenrendite
Schauen wir auf die Dividendenrendite sehen wir, dass jedes Unternehmen eine Dividende zahlt außer Saint-Gobain. Im Schnitt liegt diese bei 3,5%. Hätte HeidelbergCement keine Kürzung der Dividende gehabt, wäre auch diese Dividende in dem Bereich. Insofern sind alle Unternehmen ungefähr auf gleichem Rang.

Kurs-Gewinn-Verhältnis
Das KGV liegt bei Saint-Gobain und Lafarge bei ca. 14 und bei HeidelbergCement bei 11,8. Anhui Conch scheint mit einem KGV von 8,64 am niedrigsten Bewertet zu sein, jedoch müsste man das Unternehmen genauer untersuchen, um das besser werten zu können.

Kursverlauf
Zum Schluss noch ein Blick auf die Jahresperformance des Kurses. Hier liegt HeidelbergCement an letzter Stelle mit -29%. Saint Gobain und Lafarge sind auf gleichem Niveau und nähern sich der 0% an. Anhui Conch hingegen ist mit einem Zuwachs von 16,7% bei den Aktionären am attraktivsten gewesen.

Fazit
Im Allgemeinen lässt sich hier feststellen, dass es HeidelbergCement deutlich härter als die Konkurrenz erwischt hat, was die Attraktivität der Aktie jedoch steigert. Jedoch ist auch die Entwicklung des chinesischen Unternehmen Anhui Conch sehr beachtlich und wäre eine Analyse für die Zukunft wert. Wenn daran Interesse besteht, schreibt es gerne in die Kommentare


Quartalsmitteilung

HeidelbergCement Aktie (SWOT Analyse)

Die Quartalsmitteilung Q1 2020 hat folgendes zusammengefasst ergeben:
Der EBIT stieg trotz eines Umsatzrückganges um 4% an. Der Ausblick für das Jahr 2020 ist sehr unsicher, jedoch wird eine negative Auswirkung auf den Umsatz und das Ergebnis erwartet. Im Februar startete der Covid-19-Plan, der eine Ausgabenkürzung von 1 Mrd. € umfasst, um die Krise bestmöglich zu überstehen. Die gekürzte Dividende sorgt zusätzlich für 317 Millionen Barmitteln. Jedoch wurde auch bekanntgegeben, dass die Dividende mittelfristig wieder auf das Vorniveau von 40% Ausschüttungsquote gemessen am Gewinn erhöht werden soll. Langfristig wird die Zukunft sehr positiv eingeschätzt.


Zielsetzung

Die Digitalisierung spielt in der Wertschöpfungskette eine zunehmend wichtige Rolle. So soll die Qualität und Effizienz der Produktions- und Geschäftsprozesse verbessert werden und der Kundenservice gesteigert werden.

Die Nachhaltigkeit ist HeidelbergCement ebenfalls sehr wichtig. Das Unternehmen verpflichtet sich, den ökologischen Fußabdruck immer weiter zu reduzieren. So wird die Schadstoffemission unter den Durchschnitt der Zementindustrie gesenkt. Insgesamt ist es das Ziel, einen angemessen Wertbeitrag für alle Interessengruppen zu leisten. Für Kunden, Mitarbeiter, Aktionäre sowie die Gemeinden und die Allgemeinheit.

Im Bereich Wachstum ist es das Ziel, die Marktposition in den Bereichen Zement, Zuschlagsstoffe, Transportbeton und Asphalt zu stärken. Ziel ist hier der Aufbau einer verteidigungsfähigen Marktposition in langfristig attraktiven Märkten.

Im Bereich der finanziellen Leistungsfähigkeit ist es das Ziel, eine Prämie auf die Kapitalkosten zu verdienen. Angestrebt wird eine ausgewogene Balance zwischen kurzfristiger Profitabilität sowie langfristiger Wertschaffung. Auf ein geografisch diversifiziertes Portfolio und einen direkten Zugriff auf den Cashflow aus der laufen Geschäftstätigkeit wird stark geachtet.

Der letzte Bereich umfasst die Wertschaffung für Aktionäre. So verfolgt HeidelbergCement eine progressive Dividendenpolitik. Für 2020 soll die Ausschüttungsquote 40% betragen und darüber hinaus wurde die Möglichkeit geschaffen, eventuell verfügbare Barmittel auch in Form von Aktienrückkäufen an die Aktionäre zurückzugeben. Zudem wird eine stabile Bewertung angestrebt. So soll der Verschuldungsgrad bis Ende 2020 auf 2,0 gesenkt werden. Aktuell liegt dieser ja bei 2,35.


SWOT Analyse

Stärken:
Sind definitiv der solide Umsatzwachstum von 7% jährlich sowie der ansteigende Gewinn. HeidelbergCement agiert weltweit und ist nicht nur auf ein Land beschränkt. Die Baustoff-Branche ist als Zukunftssicher anzusehen und wird aktuell durch den Bauboom gestützt. Eine weitere stärke ist die solide Produktdiversifikation im Bereich Zement, Beton und Asphalt sowie Zuschlagsstoffe.

Schwächen:
Als Schwäche sehe ich die starke Belastung durch die Coronakrise an. Auch ist die Präsenz in Südamerika, Afrika und in Arabischen Ländern gering.

Chancen:
Als Chance schätze ich den klimaneutralen Beton, sowie die Expansion in weitere Länder ein. Auch strategisch sinnvolle Akquisitionen oder Zusammenschlüsse wie zuletzt mit ItaliCementi sehe ich als Chancenreich für die Geschäftsentwicklung.

Risiken:
Als Risiken sind der extrem schnelle Zuwachs und die Expansion der chinesischen Konkurrenz anzusehen. Ein Ende des Baubooms wäre ebenfalls negativ für das Geschäft, jedoch schätze ich dieses Risiko als gering ein. Auch Regularien in fremden Ländern sowie steigende Rohmaterialpreise stellen ein Risiko dar.


Fazit

HeidelbergCement Aktie (Fazit und Bewertung)

Allgemeine Bewertung:
Aus meiner Sicht ist HeidelbergCement ein Solides Unternehmen mit starken Umsatzzuwächsen in einer perspektivisch wachsenden Branche, gestützt durch den konjunkturellen Bauboom. Das Unternehmen ist weltweit aktiv, jedoch mit dem Ziel – Länder mit hohen politischen, wirtschaftlichen oder Compliance-Risiken zu meiden. Die solide und im Umsatz anwachsende Segmentation führt zu einer guten Diversifikation. Jedoch wurde das operative Geschäft durch die Coronakrise stark belastet, wodurch aktuell keine Folgen absehbar sind. Die Coronakrise hatte auch die Aktivierung des Aktionsplan COPE ausgelöst, der vorrangig darauf abzielt, die schlechte Lage zu überstehen. Ob durch Einsparungen im Milliardenbereich, dem freiwilligen Verzicht von Gehältern der Führungsebene oder durch die gekürzte Dividende. Nach besserer wirtschaftlicher Situation ist es jedoch das Ziel, diese wieder auf das Vorniveau zu erhöhen. Dies entspräche dann einer Ausschüttungsquote von 40% – gemessen am Gewinn. Auch die Nettofinanzverschuldung liegt im Rahmen.
Die Reaktion auf die Coronakrise und die Kürzung der Dividende werte ich als äußerst positiv. Das Management hat meines Erachtens sehr gut reagiert und mit den Maßnahmen dazu beigetragen, dass die zukünftige Entwicklung des Unternehmens weiterhin bergauf gehen kann.

Bewertung der Aktie:
Diese ist aus meiner Sicht aktuell stark unterbewertet. Als langfristiges Gewinnwachstum wird bis 2022 ein Wert von 10% jährlich geschätzt. Aktuell – zum heutigen Kurs liegt das KGV bei 8,93, wohingegen das KGV der letzten 5 Jahre mit 16,48 knapp doppelt so hoch liegt. Wäre die Dividende nicht gekürzt worden und bei 40% der Ausschüttungsquote belassen worden, entspräche das einer Auszahlungssumme von 436 Millionen Euro. Mit einem freien Cashflow von 1785 Millionen hätte diese dann immer noch sehr gut davon gedeckt werden können. Die Dividende ist also als sicher anzusehen.

Abschließendes Fazit:
HeidelbergCement ist ein zukunftssicheres Investment, welches zum aktuellen Kurs ein kauf wert ist. Auch für Dividendenliebhaber. Wenn ab nächstem Jahr wieder eine Dividende von nur 2€ je Aktie gezahlt werden könnte, entspräche das einer Dividendenrendite von 4%. Blickt man dazu noch auf den Spielraum bezüglich der Dividende im Vergleich zum freien Cashflow und auf die Dividendensteigerung der letzten Jahre von durchschnittlich 10%, ist der Titel definitiv nach Erholung der Krise auch eine tolle Dividendenaktie.


Factsheet

Das Factsheet kannst Du Dir hier downloaden:

Zum Abschluss interessiert mich jetzt, ob du HeidelbergCement im Depot oder auf der Watchlist hast. 😊 An der Stelle empfehle ich Dir nun im Börsen-ABC Dein Wissen zu erweitern und aufzufrischen oder weiter durch die Aktienanalysen zu stöbern. Sicher sind meine Empfehlungen für die Börse auch einen Blick wert. Damit kannst Du mich sogar unterstützen! 💙