Die Sixt Aktienanalyse kannst Du Dir auch auf YouTube anschauen und am Ende des Beitrags das zugehörige Factsheet downloaden 😊

Hier erhältst Du die Sixt-Aktienanalyse zum nachlesen:


Kursverlauf

Schauen wir nun auf den Kursverlauf der letzten 5 Jahre sehen wir eine positive Entwicklung von 80,8%. Speziell seit 2017 zündete der Sixt-Motor so richtig 😀 Während der niedrigste Kurs am 08.07.2015 und damit am Anfang des Zeitraums bei 34,43€ liegt, wurde der Höchststand im August 2018 erreicht. Die 1-Jahres-Performance ist aufgrund der Coronakrise negativ mit -22,37%. Während der Krise verlor der Autovermieter deutlich über 60%, konnte sich seitdem aber wieder gut erholen. Zwischen Tief und Hoch liegen hingegen schon 237%.


Profitabilität

Sixt Aktie Aktienanalyse Profitabilität

Die Attraktivität der Aktie wird durch die Umsatz- und Gewinnentwicklung nochmal bestärkt. Von 2015 zu 2019 hat sich der Umsatz von 2179 Millionen auf 3306 Millionen erhöht, was einem Zuwachs von Starken 51,7% entspricht. Daraus ergibt sich ein gemittelter jährlicher Zuwachs von 8,7%. Der Gewinn stieg um 103,5% von 2015 an und beträgt im Jahr 2019 234 Millionen Euro. Hier entspricht der durchschnittliche jährliche Zuwachs starke 15,3%. Interessant empfinde ich immer die Marge, die sich auch Gewinn geteilt durch Umsatz ergibt und bei Sixt bei durchschnittlich guten 8,08% liegt.


Dividende

Sixt Aktie Aktienanalyse Dividende

In blauen Balken ist der Gewinn je Aktie, in gelben Balken die Dividende und in roter Linie die Dividendenrendite dargestellt. Schauen wir auf die Dividende sehen wir, dass diese jährlich gesteigert wurde. Zu 2019 gab es jedoch eine signifikante Kürzung der Dividende um volle 100%. Mit der Kürzung eingerechnet ergibt sich dadurch noch ein Dividendenwachstum über den 5-Jahreszeitraum von 24,85%. Die Durchschnittliche Dividende beträgt 1,33€ und führt zu einer Dividendenrendite von 2,17%. Die Rendite misst sich an der Stammaktie, die deutlich höher notiert als die Vorzugsaktie. Die Dividende ist jedoch fast identisch gewesen, wohingegen sich die Vorzugsaktie aus Dividendensicht mehr gelohnt hätte und sofern in voraussichtlich 2 Jahren die Dividende wieder erhöht wird, sich diese noch immer besser rentieren dürfte, sofern sich die Kurse nicht anpassen. Als gute Zusatzleistung sehe ich bei Sixt den Shareholder-Tarif an, da man als Aktionär einen Rabatt von 20% erhält, wobei es meines Wissens nach irrelevant ist, welche Aktie man besitzt.


Bilanz

Sixt Aktie Aktienanalyse Bilanz

Kapitalverteilung
Schauen wir nun auf die Kapitalverteilung. Die Balken widerspiegeln die Verteilung von Eigenkapital in hellblau und Fremdkapital in dunkelblau dargestellt.  Beide Werte zusammen ergeben die Bilanzsumme, die von 2015 an kontinuierlich ansteigt. Die Eigenkapitalquote liegt im Schnitt bei 27%, was für das Geschäftsmodell völlig normal niedrig ist.  

Verschuldung
Interessanter ist die Verschuldung. Dafür werfe ich einen Blick auf die Bilanzsumme und unterteile diese im Eigenkapital mit 1.592 Millionen, 3.437 Millionen Schulden und 1.220 Millionen nichtzinstragendem Fremdkapital. In Grün dargestellt sind die liquiden Mittel, die sich auf 171 Millionen belaufen. Mit diesen Werten sind wir in der Lage, die Nettoverschuldung zu berechnen, die sich aus den Schulden abzüglich der liquiden Mittel errechnet. Die Nettoverschuldung beläuft sich also auf 3.267 Millionen Euro.

Verschuldungsgrad
Um das besser einschätzen zu können, teilen wir die Nettoverschuldung noch durch den EBITDA, der bei 1089 Millionen liegt und erhalten dadurch den Verschuldungsgrad. Dieser liegt bei 300%. Das bedeutet, dass 3-fache der jährlichen Ertragskraft ist notwendig, um die Schulden zu tilgen. Meine persönliche Grenze ziehe ich bei 250%. Für 2020 sehen die Aussichten nicht positiver aus, was daran liegt, dass Sixt einen Kredit mit einer Laufzeit von bis zu zwei Jahren in Höhe von 1,5 Milliarden aufgenommen hat.


Aktie

Sixt Aktie Aktienanalyse Aktienkennzahlen

Aktienkennzahlen
Bitte selber entnehmen 😀
Falls Du nicht mit allen Kennzahlen was anfangen kannst, lies Dich gerne im Börsen-ABC ein.

Aktionärsstruktur
Die Aktionärsstruktur ist bei Sixt interessant. Die im Kurs deutlich höher notierte Stammaktie wird zu 58,3% von Erich Sixt gehalten. Hier ist der Streubesitz lediglich 41,7%, wovon der Freefloat effektiv bei ca. 34% liegt, da DWS und die Norges Bank mit 5 und 2,66% ebenfalls investiert sind.

Die Vorzugsaktie weist einen Streubesitz von 100% auf, von denen abzüglich der großen Investmentgesellschaften über 77% im Freefloat sind. Die größten Einzelaktionäre sind die Main First Bank mit 9,5% und die Union Investment mit 7%. Hier ist auch die Vanguard Group mit 2,45% vertreten.

Der signifikante Unterschied der Aktien liegt zum einen im Kurs und im Stimmrecht. Die Dividende war bei beiden Aktien beinahe identisch und lediglich um wenige Cent unterschiedlich.


Segment Analyse

Sixt Aktie Aktienanalyse Segment

Segment
Die Segmentverteilung gliedert sich für die Vorjahre 2018 und 2019 in Hauptsächlich 3 Posten. Mobility und Leasing. Mobility umfasst das Vermietungsgeschäft, Carsharing sowie die Zusammenarbeit mit Franchisenehmer und Kooperationspartnern. Durch die Digitalisierung des Geschäftsbereichs startete Sixt die SIXT-App inklusive der Produkte Sixt Rent, Sixt Share und Sixt Ride. Damit schafft Sixt einen Mobilitätsmix für Privat und Geschäftskunden aus Autovermietung, Carsharing und Fahrdiensten an.   Der Umsatz beläuft sich 2019 auf 2.494 Millionen Euro und steigerte sich damit um sehr gute 16,8%.
Im Bereich Leasing hatte Sixt Anteile von 41,9% an der Sixt Leasing SE. Der Geschäftsbereich unterschied sich in den Bereich Leasing als auch Flottenmanagement, wobei Leasing nochmal in Flottenleasing und Online Retail für Privat und Gewerbekundenleasing unterteilt wird. Der Umsatz stieg hier um 2,3% auf 824 Millionen an.
Sonstige Geschäftsbereiche erwirtschafteten einen Umsatz von 29 Millionen, der sich um -38% zum Vorjahr verringerte.

Region
Schauen wir uns die Umsatzverteilung nach Standort an, sehen wir, dass der geografische Schwerpunkt klar in Deutschland mit 1,771 Millionen liegt. Hier hat Sixt einen Marktanteil im Vermietungsgeschäft von 40% und ist damit seit vielen Jahren Marktführer. In dem Bereich Europa/Sonstige wird auch durch Franchisegeschäftsmodelle als auch mit Kooperationspartnern ein Umsatz von 1.140 Millionen erzielt, der sich zum Vorjahr um 22,7% erhöhte. Auch in Nordamerika, der aktuell den größten Wachstumsmarkt darstellt wurden gute Steigerungen zum Vorjahr mit 12,4% auf 430 Millionen Euro erzielt.


Peer Group Vergleich

Sixt Aktie Aktienanalyse Vergleich

Profitabilität
Jetzt schauen wir, wie sich Sixt im Vergleich zur Konkurrenz schlägt und werfen dafür zuerst einen Blick auf die Profitabilität. Im Diagramm ist in Blau der Umsatz und in Grün der EBIT dargestellt. Die Orangene Linie gibt an, wie stark sich der Umsatz von 2015 zu 2019 entwickelt hat. Die Avis-Budget Group liegt mit einem Umsatz von 8,2 Milliarden deutlich vor Sixt und Europcar. Sixt mit einem Umsatz von 3306 Milliarden liegt auf Rang 2 und erwirtschaftet damit ca. 10% mehr Umsatz als Europcar mit 3022 Millionen Euro. Besonders interessant empfinde ich den Blick auf die Umsatzsteigerung von 2015 zu 2019. Hier hat sich die Avis-Budget-Group mit nur 8% nicht gut entwickelt. Sixt hingegen hat mit einem Zuwachs von 52% hier die Führung, wohingegen auch Europcar mit einer Steigerung von 41% sehr gut ist.

Gewinnmarge
Schauen wir nun auf die Gewinnmarge, die sich aus EBIT / Umsatz berechnet und uns die Profitabilität angibt. Die Avis Budget Group arbeitete mit einer Marge von 8,3% und Sixt kommt auf 9,1%. Knapp führend ist hier Europcar mit 10%.

Dividendenrendite
Die Dividendenrendite sieht leer aus. Bei Sixt wurde die Dividende gekürzt und die beiden Konkurrenten zahlten noch nie eine Dividende aus.

Kurs-Gewinn-Verhältnis
Vergleichen wir das KGV, ist die AVIS-Budget-Group mit 8,1% scheinbar am günstigsten Bewertet. Sixt hingegen kommt auf ein KGV von 17,96 und liegt damit im Mittelfeld. Europcars KGV lag 2019 bei 22,66.

Kursverlauf
Schauen wir zuletzt auf die Jahresperformance sehen wir, dass sich Europcar mit aktuell -58,35% noch nicht erholt hat. Sixt als auch AVIS/Budget liegen aktuell mit rund -22,5% gleich auf.

Fazit
Rein aus den Werten dieses Vergleichs, ohne die Konkurrenten Fundamental näher untersucht zu haben, empfinde ich Sixt aufgrund der besten Umsatzsteigerung, der konkurrenzfähigen Marge, der Jahresperformance als auch der jemals gezahlten – nur eben aktuell gekürzten Dividende am Attraktivsten.

 


Quartalsmitteilung

Sixt Aktie SWOT Analyse

Die Quartalsmitteilung für Q1 2020 ergab folgende wichtige Kernpunkte: Die 41,9%ige Beteiligung der Sixt-Leasing SE wurde an die Hyundai Capital Bank für 155,9 Millionen Euro verkauft. Sixt wird sich in Zukunft komplett auf den Fokus Mobilität fokussieren. Der Vollzug der Transaktion wird im Laufe des zweite Halbjahres 2020 erwartet. Zur Sicherung der finanziellen Flexibilität, insbesondere der Finanzierung der Vermietflotte wurde ein Kredit in Höhe von 1,5 Milliarden Euro zu marktüblichen Konditionen mit einer Laufzeit von bis zu zwei Jahren aufgenommen.

Durch die Coronakrise wurde sofort ein Maßnahmenpaket eingeleitet, dass folgende Punkte beinhaltet: die Reduktion der Vermietflotte um Kapazität und Liquidität freizusetzen. Signifikante Einsparung an Personal sowie an Sachkosten. Zudem nutzte Sixt die Möglichkeit der Kurzarbeit. Auch eine neue Produktoffensive wurde schnell gestartet. So gab es ein Abomodell, damit Menschen nicht in Bahn und Bus fahren mussten und dahingehend die Gesundheit schützen.

Ein sehr starker Rückgang des Umsatzes und des EBITs wird erwartet, wobei der EBIT noch positiv sein wird.


Besonderheiten

Besonderheiten sind bei Sixt vor allem die Kombination aus Carsharing und Mietwagen. Carsharing ist selber nichts anderes als ein Fahrzeug mieten, jedoch nur für eine kürzere Zeit. Dahingehend gibt es die Möglichkeit, Fahrzeuge an festen Standorten 30 Minuten vor Abfahrt digital und unkompliziert per App und über einen Zeitraum von Minuten bis 27 Tagen zu buchen. Sixt Vorteil liegt hier eindeutig in der Digitalisierung, die es den Kunden in einer App ermöglicht, verschiedene Sixt-Dienstleistungen zu nutzen.


Ziele

Ziele sind aktuell die Erschließung weiterer Schlüsselmärkte auf internationaler Ebene sowie die Erweiterung des Mobilitätsangebots durch Digitalisierung. Der Fokus liegt hierbei auf der Digitalisierung des Kerngeschäfts – der Autovermietung. Das beinhaltet sowohl die Vermietung von Fahrzeugen an digitalen Stationen als auch ohne Nutzung von Sixt-Stores sowie die Verschmelzung von Autovermietung mit dem Carsharing. Durch den Plattform-Ansatz kann Sixt zudem mit geringem Investitionsaufwand in den Markt des Ride-Hailings, also der Personenbeförderung eintreten.


SWOT-Analyse

Die Stärken sind aus meiner Sicht der hohe Bekanntheitsgrad sowie der Marktanteil und die Verschmelzung von Autovermietung und Carsharing. Sixt ist ein Familienunternehmen. Das werte ich persönlich – jedoch ist das meine Subjektive Meinung – als stärke, weil hierbei das Management keine Angestellten sind, sondern Menschen, die das Beste für Ihre Familie und die Generationen danach schaffen wollen und daher mit 100%-iger Leidenschaft dabei sind, zumindest würde ich sein. Der Umsatzzuwachs die letzten Jahre sowie das Fortschrittliche denken bezüglich der Digitalisierung werte ich als Stärke. Sixt besitzt zuletzt keine Markenabhängigkeit.

Die Schwäche ist bei beiden Punkten das Geschäftsmodell allgemein. Durch den Shutdown standen die Geschäfte beinahe still. Zudem ist kein direkter Burggraben zu erkennen. Sixt schafft es lediglich durch innovatives und digitalisiertes Handeln, seine Marktposition auszubauen. Das Geschäftsmodell ist jedoch leicht kopierbar.

Chancen sehe ich im steigenden Mobilitätsbedarf und in der sinkenden Wahrnehmung des Autos als Statussymbol. Fahrzeuge entwickeln sich aktuell weitgehend in die Praktische als auch kostengünstige Richtung. Das Carsharing Angebot in Kombination mit dem Vermietungsgeschäft stellt ebenfalls eine Kombination dar, wodurch Sixt neue Kunden erschließen kann. Auch die Hertz-Pleite in Verbindung mit der Expansionsstrategie von Sixt sehe ich als positive Chance um neue Märkte und Kunden zu gewinnen.

Riskant sind weniger die üblichen Konkurrenten auf gleichem Niveau, sondern vielmehr die Autonome Konkurrenz. Hier denke ich an Waymo von Google, die in Zukunft den Transport vollautonom ermöglichen wollen. Da steckt dann natürlich Know-How und Geld aus Silicon Valley dahinter, mit dem Sixt nicht konkurrieren könnte. Die Frage ist bei dem Risiko nicht ob sondern wann das geschehen wird. Erhebliche Risiken sind natürlich der Stillstand der Nachfrage wie zuletzt durch Corona ausgelöst. Auch ist durch politische Maßnahmen ein Trend zu erkennen, Auto und Autofahren unattraktiver zu gestalten und Fahrräder als auch den öffentlichen Verkehr zu unterstützen.


Fazit

Sixt Aktie Aktienanalyse Bewertung

Nun zum Fazit:
Aus meiner Sicht ist Sixt ein Solides Familienunternehmen mit starken Umsatzzuwächsen in einer perspektivischen attraktiven aber auch konkurrenzstarken Branche. Die Kombination von CarSharing, Vermittlung als auch Vermietung sehe ich als gute Chance für die perspektivische Entwicklung an, wobei auch das neue Abomodell SixtPlus – sich Fahrzeuge monatlich zu Mieten ein gutes Angebot darstellt.  Sixt hat den Trend der Digitalisierung früh erkannt und bietet den Kunden so neben den Fahrzeugstellen auch die Möglichkeit, Fahrzeuge unkompliziert innerhalb kurzer Zeit mittels App zu buchen. Sixt hat aktuell noch mit der Belastung durch die Coronakrise zu kämpfen, scheint diese jedoch im Vergleich zum Konkurrenten Hertz zu überstehen, wodurch sich neue Chancen in der Aquise neuer Kunden ergeben. Im Mai wurde ein Kredit in Höhe von 1,5 Milliarden aufgenommen mit einer Laufzeit von bis zu zwei Jahren. Die Dividende wurde komplett gekürzt, jedoch erhalten Aktionäre bei Sixt eine Vergünstigung von 20% aufs Carsharing.

Nun zur Bewertung der Aktie:
Aktuell ist diese leicht unterbewertet und das langfristige Gewinnwachstum wird auf 28,6% geschätzt. Das KGV liegt aktuell bei 14,4, wobei das historische KGV mit 16,5 darüber liegt. Die Dividende wurde gekürzt. Unter Berücksichtigung des Milliardenkredits, dessen Laufzeit auf 2 Jahre begrenzt ist, gehe ich davon aus, dass es in den nächsten 2 Jahren keine Dividendenzahlung geben wird.

Für mich ist die Sixt-Aktie aktuell ein Kauf, wobei jedoch die Entwicklung beachtet werden muss, einfach, weil das Geschäftsmodell keinen direkten Burggraben aufweist und starke Konkurrenz in Zukunft völlig neue Möglichkeiten bietet. Es gibt Aktien, da sage ich, die kann man über 20-30 Jahre halten, jedoch ist die perspektivische Betrachtung hier schwieriger, wodurch eine Neubewertung der Märkte in gewissen Abständen notwendig ist.


Factsheet Download

Das Factsheet kannst Du Dir hier downloaden:

Zum Abschluss interessiert mich jetzt, ob du Sixt im Depot oder auf der Watchlist hast. 😊 An der Stelle empfehle ich Dir nun im Börsen-ABC Dein Wissen zu erweitern und aufzufrischen oder weiter durch die Aktienanalysen zu stöbern. Sicher sind meine Empfehlungen für die Börse auch einen Blick wert. Damit kannst Du mich sogar unterstützen! 💙