Erklärung

Dividende oder auch auszuschüttender Betrag bezeichnet den Teil des Gewinns einer Aktiengesellschaft, der an die Anteilseigner (Aktionäre) ausgeschüttet wird. Dividenden sind eine Form der Gewinnbeteiligung. Die Höhe der Dividende wird vom Vorstand vorgeschlagen und durch eine einfache Mehrheit auf der Hauptversammlung beschlossen oder abgelehnt. In der Regel wird die Gewinnbeteiligung bei Deutschen Unternehmen spätestens bis zum dritten Werktag nach der Hauptversammlung ausgezahlt, wobei auch eine spätere Fälligkeit beschlossen werden darf. Angegeben wird die Dividende meist in Währung je Stück. Es besteht jedoch kein Anspruch auf eine Beteiligung, wenn sich das Unternehmen dazu entschieden hat, keine Dividende auszuschütten.


Voraussetzung

Voraussetzung ist, dass man die Aktien des Unternehmens an einem bestimmten Tag in seinem Depot besitzt. Entscheidend für den Anspruch auf Dividenden von deutschen Unternehmen ist der Besitz der Aktien am Tag der Hauptversammlung. In anderen Ländern gelten verschiedene Regeln, die jedoch von den Unternehmen bekanntgegeben werden. So kann auch der „Record Day“ oder der „Ex-Day“ als Stichtag zählen. Wichtig ist in jedem Fall nur, dass ihr die Aktien in Eurem Depot besitzt!


Dividendenrendite

Die Dividendenrendite gibt das Verhältnis der Dividende zum aktuellen Kurs an. Die Dividendenrendite bezieht sich auf die zuletzt-gezahlte Dividende und auf den aktuellen Kurs. So ist eine Veränderung der persönlichen Rendite jederzeit möglich.
Dividendenrendite = \frac{Dividende}{Aktienkurs}

Beispiel:
Bayer hat zuletzt eine Dividende i.H.v. 2,80€ gezahlt. Der aktuelle Kurs (19.07.20) beträgt 63,27€. Wenden wir nun die Formel an:
Dividendenrendite = \frac{2,80€}{63,27€}
Dividendenrendite = 4,43%
Beträgt unsere Rendite folglich 4,43%.


Besteuerung

Seit Einführung der Abgeltungssteuer im Jahr 2009 werden Kapitalerträge mit 25% besteuert. Dazu zählen beispielsweise

  • Aktiengewinne
  • Zinsen (Sparbücher, Girokonto)
  • Dividendenzahlungen

Demnach ist der Kauf von Aktien noch steuerfrei. Auf die zu zahlende Abgeltungssteuer fallen zusätzlich 5,5% Solidaritätszuschlag und je nach Kirchenmitgliedschaft und Bundesland 8-9% an.

In Summe ergeben sich dadurch insgesamt:
26,375% ohne Kirchensteuer,
27,819% mit 8% Kirchensteuer,
27,995% mit 9% Kirchensteuer.

Wie Du Steuern sparen kannst und was mit der Dividende von ausländischen Unternehmen geschieht, erfährst Du hier.


Rhythmus

Der Dividendenrythmus ist ein Maß für das Zeitintervall der Dividendenzahlungen innerhalb eines Jahres. In der Regel erfolgen Ausschüttungen jährlich, halbjährlich, quartalsweise oder monatlich. 
Deutsche Aktiengesellschaften zahlen oft nur einmal im Jahr aus.  Speziell in Amerika sind schneller Zeitintervalle die Regel. So gibt es auch Unternehmen wie REITs, die monatlich Dividenden auszahlen, was speziell für Dividendeninvestoren interessant ist, da diese einen stetigen Cashflow anstreben. 

Der Vorteil einer frequentierten Ausschüttung liegt darin, dass im Falle von Dividendenstreichungen noch bis zu diesem Zeitpunkt die Dividende gezahlt wurde. Stellen wir uns folgende Situation vor:
Aktuell ist Juli 2020: Wir halten Aktien des Unternehmens X, welches 1x im Jahr ausschüttet und erwarten im Mai 2021 eine Zahlung. Durch operative Entscheidungen wurde die Dividende gestrichen. Folglich haben wir knapp ein Jahr gewartet und keine Dividende erhalten. Hätten wir jedoch in das Unternehmen Y investiert, welches monatlich ausschüttet, hätten wir bis zum Mai 2021 noch immer 10 Zahlungen erhalten.


Dividendenarten

  • Bardividende
    Das ist die gebräuchlichste Form. Dabei handelt es sich um Auszahlungen in Bar.
  • Sachdividende
    Die Dividenden werden hierbei in Wirtschaftsgütern ausbezahlt. 
  • Stockdividende
    Hierbei erfolgt die Zahlung nicht in Bar, sondern anhand von kostenfreien Aktien
  • Zudem gibt es noch die: Über,- Vorzugs,- und Abschlagsdividende


Zusatzinformationen

  • Dividendenrenditen sind höher als Staats- und Unternehmensanleihen. 
  • Dividendenstarke Aktien weisen im Vergleich zum breiten Aktienmarkt oft eine geringere Kursschwankung auf.
  • Viele Unternehmen stehen hinsichtlich der Bilanz solide dar, verfügen über ausreichend hohe Barmittelbestände und positive Geschäftsaussichten.
  • Die Dividende entnimmt Geld aus dem Unternehmen, was die zukünftige Entwicklung ausbremst.
  • Ausschüttungen sind keine Zusatzleistungen. Sie werden in Höhe der Bruttodividende vom Aktienkurs abgezogen. „Dividendenabschlag“
  • Historische Dividenden sind kein Indikator für Zukünftige. So strich selbst die Dividendenperle Shell zum ersten mal seit 1945 die Dividende.


Persönliche Anwendung

In meinen Aktienanalysen untersuche ich neben dem KGV und der Nettofinanzverschuldung natürlich auch die Dividende hinsichtlich des Dividendenwachstums und der Finanzierung der Dividende. Gerne leite ich anhand des historischen Dividendenwachstums eine potentielle Dividende ab und ermittle die zukünftige Dividendenrendite.

Zum Abschluss interessiert mich jetzt, ob Dir die Dividende wichtig ist. 😊 Anbei noch die Empfehlung durch meine Aktienanalysen zu stöbern – eventuell findest Du Dein nächstes Investment!